Einen Strop selber bauen

Einen Strop selber bauen

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Einen Strop selber bauen

Einen Strop benötigt man um Klingen scharf zu halten. Ohne eine wirklich scharfe klinge, sind wir im Lederhobby hoffnungslos verloren. Den ultimativ letzten Kick geben wir unseren Klingen, wenn wir sie nach dem schleifen abziehen.

Dieses Abziehen wird seit ewigen Zeiten mit einem Steichriemen, dem sogenannten Strop gemacht.

 

Was ist ein Strob? Und wofür brauchen wir so ein Ding?

Ein Strop ist eigentlich nur ein harter Lederriemen auf den ein Poliermittel aufgetragen ist. Mit einem solchen Abziehleder beseitigen wir den letzten klitzekleinen Grad, der beim Schleifen evtl. noch übrig geblieben ist – und polieren die Klinge gleichzeitig

Das Polieren hat gerade beim schneiden von Leder einen sehr wichtigen Grund. Im Leder befinden sich immer Rückstände vom Gerbprozess. Da dort Gerbsäuren auf das Leder einwirken, ist nur logisch, dass Leder auch nach dem Herstellungsprozess immer noch leicht sauer ist. Und diese Säure greift die Klingen an. Sie werden rauh und stumpf.

Und um diese stumpfheit wieder zu beseitigen, muss die Klinge poliert werden.

Also beseitigt das Abziehen nicht nur den kleinen Schleifgrat an der Spitze der Klinge, sondern es sorgt auch dafür das unsere Klingen butterweich ohne Widerstand durch das Leder gleiten.

Was sind Poliermittel ?

Poliermittel fangen da an wo z.B. Schleifpapiere aufhören. Sie werden z.B. auf Polierscheiben aufgetragen und beseitigen die feinsten Minikratzer im µm Bereich.

Diese Poliermittel bekommt man in unterschiedlichen Konsistenzen. Es gibt sie als Blockform. Aber selbst dies Blöcke können sehr unterschiedlich sein. Von hart und  bröckelig bis hin zu seifig gibt es alles. Hier ist das Schleifmittel in einer wachsartigen Trägermasse enthalten. Sehr praktisch, weil man das Ganze perfekt lagern und benutzen und transportieren  kann.

Es gibt aber auch Polierpaste. Diese sind wie eine Creme. Vergleichbar mit der Scheuermilch aus der Küche.

Hier ist die Trägermasse nicht ganz so fest, eher Breiig. Wenn ihr diesen Brei zwischen den Fingern verreibt, dann spürt ihr die Reibung der feinen Poliermittel. Ähnlich wie z.B. Edelstahlpolitur aus der Küche. Nur in unserem Fall noch viel viel feiner.

Und dann gibt es diese Poliermittel auch in Pulverform. In Pulverform sind diese Schleifmittel zwar günstig, jedoch in der Handhabung etwas unpraktischer.

Unterschiedliche Körnungen

 

Es gibt Tabellen, in denen man ablesen kann, welche Farbe welcher Schleifgrad ist, bzw um welches Schleifmittel es sich dabei handelt.

Gut zu wissen –  Aber für uns eher unwichtig. Ihr werdet feststellen, dass – wenn man die Poliermittelchen seiner Wahl ersstmal gefunden hat – braucht man keine Tabellen mehr. Tabellen sind für Profis der Oberflächenbehandlung, die noch andere Dinge wie z.B. Kunsstoff oder Messing oder – was auch immer -polieren wollen.

Wir könne auf 90% Prozent davon verzichten – Das verwirrt nur!

Wir polieren Messer –  und die sind selten aus Kunsstoff.

Welche Poliermittel sollte ich den nun nehmen.

Das wohl geläufigste Polier compound in Lederkreisen  ist das sogenannte “jewellers Rouge” Es wird von Goldschmieden benutzt um ihre Ringe auf hochglanz zu polieren. Wobei der Begriff “Rouge” also Rot hier eher irreführend ist .

Die Angebotenen Blöcke sind meistens weiß. Klasse Zeug – Und weit verbreitet.

Ich nutze es jedoch nicht! Und zeige euch, womit ich glücklich geworden bin. Vielleicht hilft es euch ja .

Auf die Vorderseite des Strop trage ich grünes Chromoxidschleifmittel auf. Die grünen Schleifkristalle sind maximal 1 µm groß.

.Auf die Rückseite trage ich eine sogernannte Diamantpaste auf. Deren Diamantpartikel sind noch viel viel feiner als ihre grünen Freunde auf der Vorderseite. Max 0,5µm groß sind sie. Und damit poliert ich meine Klingen so glänzend, dass ich sie als Spiegel nutzen könnte.

Aber das soll nur eine Empfehlung sein. Wenn ihr was besseres kennt, dann schreibt es doch in die Kommentare. Ich lerne gern dazu.

Die Einkaufsliste – um solche  Abziehleder herzustellen ist kurz

Strop

 

Für den Bau des Strops braucht ihr nicht viel.

-1 Stück Holz – Nehmt was da ist. Ein dünnes Brettchen ist ideal. Günstig ist Sperrholz. Das lässt sich perfekt schneiden.

-Leder – Und zwar am besten ein Stück vom härteste Leder das ihr finden könnt.

Solche Lederstücke heißen zum Beispiel Bodenleder, Kernleder, Sohlenleder. Es sollte auf jeden Fall hart sein. Zu weiches Leder birgt die Gefahr, dass es unter dem Druck, den ihr beim abziehen ausübt, nachgibt – die Klinge sinkt dann quasi ein und rundet die Spitze ab. Und das soll sie ja nicht, sie soll scharf werden , also spitz zulaufen – und nicht abrunden.

Im Bereich des Punzierens fällt eines auf. Wer den alten Füchsen schon mal genau auf die Finger geschaut hat, der wird sehen, dass viele am Arbeitsplatz nicht mal eine Strob  liegen haben. Nein – sie benutzen ein Stück Pappe oder evtl sogar die Rückseite einer Visitenkarte um ihr Jewellers Rouge aufzutragen. Und das – ist garantiert eine Unterlage die nicht nachgibt.

Und schließlich braucht ihr die Poliermittel eurer Wahl. Wie gesagt bei mir

Chromoxid und Diamantpaste

Der Bau des Strobs

Wie der Bau eines solchen Strops geht, dass zeige ich wie immer im Video.

Wichtige Materialien für den Bau eines Strops findet ihr wie immer im Marktplatz.